Der klassische Ausgang eines Konflikts

Konflikte werden, wenn die Parteien nicht selbst zu einem Ergebnis gelangen, in den meisten Fällen vor Gericht – also streitig – ausgetragen. Der Richter wird ersucht, den Konflikt zu entscheiden. Hierbei helfen ihm bestimmte Regeln, die Gesetze, die bestimmen, wie der Konflikt ausgetragen werden soll.

Die Parteien haben bestimmte Positionen, also Ansprüche inne, die sie mit Hilfe von Klagen bei Gericht anbringen. Dabei macht die eine Partei ihren Anspruch mit der Klage geltend, verlangt also aus irgendeinem Rechtsgrund beispielsweise von der der anderen Partei 1.000 €.

Die andere Partei geht selbstverständlich davon aus, dass sie das Geld nicht schuldet und beantragt, die Klage abzuweisen.

Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, wie das Verfahren ausgehen kann:

  1. Der Kläger bekommt Recht und ihm werden die 1.000 € zugesprochen.
  2. Der Beklagte bekommt Recht und muss die 1.000 € nicht bezahlen.
  3. Der Richter gibt beiden zum Teil Recht und der Kläger bekommt 700 €.
  4. Es kommt zu einem gerichtlichen Vergleich und die Parteien einigen sich: Der Kläger bekommt von dem Beklagten 500 €.

Wie sieht es mit der Zufriedenheit der Parteien mit den jeweiligen Ergebnissen aus?

  1. Der Kläger ist zufrieden, der Beklagte nicht.
  2. Der Beklagte ist zufrieden, der Kläger nicht.
  3. Beide sind zum Teil unzufrieden. Der Kläger zu 3/10, der Beklagte zu 7/10.
  4. Beide sind zum Teil unzufrieden, nämlich beide zu 1/2.

Es ist völlig egal, wie der Prozess ausgeht. Es gibt am Ende immer mindestens eine unzufriedene Partei, die womöglich ihr Gesicht verloren hat und die das Ergebnis nur ungern bis gar nicht akzeptieren wird.

Man kann sich also die Frage stellen, wie sich derlei Prozessausgänge auf das künftige Miteinander der Parteien auswirken.

Bestenfalls können sich die Parteien anschließend aus dem Weg gehen. Mit der Zeit ist der für mindestens eine Partei ungünstige Ausgang des Prozesses verdaut, es ist „Gras darüber gewachsen“.

Dies klappt nicht bei familienrechtlichen Streitigkeiten im Trennungs- und Scheidungsfall, zumindest dann nicht, wenn Kinder mit betroffen sind. Denn über die Kinder bleiben die Eltern ein Leben lang miteinander verbunden. Auch bei Nachbarstreitigkeiten oder Streitigkeiten am Arbeitsplatz, Konflikten unter Geschäftspartnern und in vergleichbaren Situationen haben die Parteien kaum eine Chance, sich nach dem Prozess unbefangen zu begegnen und in Zukunft entspannt und „normal“ miteinander umzugehen.

Die Mediation verfolgt deshalb ein völlig anderes Ziel als das Gerichtsverfahren.